Zahl der Rezepturarzneimittel bleibt hoch

Quelle: ABDA

(Offenbach am Main, 17. März 2017) – Im Jahr 2016 haben die öffentlichen Apotheken in Hessen über 400.000 so genannte allgemeine Rezepturen, wie z. B. Kapseln oder Salben, für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Die Anzahl der Rezepturen bleibt damit weiterhin hoch, wie eine Auswertung von Verordnungen durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI) ergibt.

Insgesamt stellten Apotheken deutlich mehr Rezepturarzneimittel her, weil Rezepturen für Privatversicherte oder auf direkte Nachfrage des Patienten nicht erfasst werden. Hinzu kommen mehrere Hunderttausend Spezialrezepturen, etwa für die Krebs- oder die Heroinersatztherapie sowie für die parenterale Ernährung (Ernährung unter Umgehung des Darms).

„Unsere Zahlen zeigen: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, sagt Mira Sellheim, Vorstandsmitglied und Patientenbeauftragte des Hessischen Apothekerverbandes. „Rezepturarzneimittel sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosierung braucht, für die es kein industriell hergestelltes Arzneimittel gibt.“

Mit der Herstellung von Rezepturen leisten Präsenz-Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelversorgung. Dazu Sellheim: "Gerade weil Rezepturarzneimittel für die Versorgung vieler Patienten so wichtig sind, brauchen wir ein Netz aus wohnortnahen Apotheken, die die Verantwortung für die Herstellung übernehmen."

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