Zahl der Apotheken sinkt auf 1.420 hessenweit

Trend beschleunigt sich

(Offenbach am Main, 8. Februar 2021) – Auch im letzten Jahr schlossen zahlreiche Apotheken in hessischen Gemeinden für immer ihre Türen. Mit dem Verlust von 34 Apotheken in 2020 erreicht die Gesamtzahl hessischer Apotheken vor Ort mit 1.420 Betrieben ihren tiefsten Stand seit Jahren, wie der Hessische Apothekerverband mitteilt.

„Der seit Jahren existierende Abwärtstrend hat sich in 2020 verdoppelt", weiß Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV. Die Zahl der Apotheken sei um über zwei Prozent gesunken. Was wenig klingt, hat im Einzelfall unangenehme Folgen, so der Apotheker: „In den zentralen Lagen ist die Zahl der Apotheken noch ausreichend. Doch insbesondere an den Stadträndern und in ländlichen Regionen spüren die Menschen schon, dass sie weitere Wege für ihre Versorgung in Kauf nehmen müssen.“ Dies gelte noch mehr zu Nacht- und Notdienstzeiten: „Auf dem Land werden es dann auch leicht 20 km, die kranke Patienten zurücklegen müssen, um ihre dringend benötigten Arzneimittel zu bekommen."

„Spätestens jetzt, zu Pandemiezeiten, dürfte allen klar sein, wie unverzichtbar die Apotheken für die Versorgung der Menschen sind“, hebt der Vorsitzende hervor und appelliert an die Politik, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die die wirtschaftliche Existenz der Apotheken langfristig sichern und so die flächendeckende Versorgung zu garantieren: "Kurzfristig gelingt dies durch verlässliche Zusagen der Politik, die sie auch unter veränderten Rahmenbedingungen einhält."

So sorge die Veränderung der Konditionen für FFP2-Masken, die der Gesetzgeber aktuell während des laufenden Abgabeprozesses vorgenommen hat, für Verunsicherung der Apotheker. Viele von ihnen würden nun mit ihren zu Beginn des Abgabeprozesses getroffenen Einkaufsentscheidungen finanziell an die Wand fahren.

Langfristig könnten die Apotheken noch viel mehr zur verbesserten Versorgung der Bevölkerung beitragen. Dass ab Ende des Jahres bspw. ein gesetzlicher Anspruch der Verbraucher auf pharmazeutische Dienstleistungen der Apotheken gelten soll, begrüßt Seyfarth: "Die Apothekenteams verfügen über hervorragendes Wissen und Kompetenzen. Diese Ressourcen zu nutzen, muss im Interesse einer alternden Gesellschaft sein, ebenso wie die damit verbundenen Einsparungen.“

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