Lieferengpässe: Vorstand trifft sich mit Großhandel und Pharmaindustrie

(Offenbach am Main, 30. Januar 2017) In seiner ersten Sitzung des Jahres hatte der Vorstand des HAV Vertreter eines pharmazeutischen Großhandels und eines deutschen, international aktiven Pharmaunternehmens eingeladen, um die Herausforderungen zu erörtern, die sich für alle Marktteilnehmer durch Kontingentarzneimittel ergeben.

Im Gespräch wurde klar, dass Lieferengpässe verschiedenste Ursachen haben. Die Hauptursache liegt in den unterschiedlichen Preisniveaus in den europäischen Ländern. In einigen Ländern, z.B. England, sind die Arzneimittelpreise für verschreibungspflichtige Medikamente so viel höher, dass es sich lohnt, den deutschen Markt „leer“ zu kaufen.

Weiterhin können Produktionskapazitäten begrenzt sein oder logistische Probleme,  z.B. bei der Produktion in Indien oder China, die Ursache sein. Die Kontingentierung, so der Vertreter der Industrie, diene der bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung. Der Mitarbeiter des Großhandels betonte, dass die Unternehmen bemüht sind,  für Kontingentarzneimittel flexible und individuelle Lösungen zu entwickeln, um die Versorgung ihrer Kunden zu gewährleisten.

Die Sitzungsteilnehmer vermuteten, dass die Versorgung der deutschen Bevölkerung leichter fiele, wenn Apotheker ihre Bestellmengen allein am Bedarf ihrer Patienten ausrichteten. Der Vorstand appelliert daher an alle Kollegen, sich marktkonform zu verhalten.

Der stellvertretende Vorsitzende des HAV, Apotheker Holger Seyfarth, verdeutlicht: „Wer dem deutschen Markt Arzneimittel entzieht, die für die hiesige Bevölkerung bestimmt sind, schadet nicht nur den Patienten, sondern auch den Kollegen, die keine Mühe scheuen, die benötigten Arzneimittel für ihre Patienten trotz aller Widrigkeiten zu beschaffen.“

Zurück