„Kündigung der Hilfstaxe unverzichtbar“

Hessischer Apothekerverband beantragt Kündigung der Hilfstaxe

(Offenbach am Main, 4. April 2018) – Der Hessische Apothekerverband wird den DAV auf der anstehenden Mitgliederversammlung am 27. April auffordern, alle Anlagen der Hilfstaxe mit Ausnahme der Anlage drei zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen. Dies teilt heute der Vorsitzende des HAV, Holger Seyfarth, mit.

„Diese Notwendigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass die Hilfstaxe seit 2009 nicht mehr angepasst wurde. Die dort genannten Stoffpreise liegen vielfach weit unter den tatsächlichen Einkaufspreisen der Apotheken“, kritisiert Seyfarth. Zwar sei es möglich, durch den Bezug größerer Stoffmengen Einkaufspreise zu erzielen, die den in der Hilfstaxe genannten entsprächen. Doch gerade kleinere Apotheken mit wenigen Rezepturen würden diese Mengen kaum erreichen: „Die Hilfstaxe muss aber marktgerecht sein und Preise ausweisen, die dem üblichen Einkaufsverhalten entsprechen.“

Der Vertrag über die Preisbildung für Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, wie die Hilfstaxe offiziell heißt, sieht die regelmäßige Anpassung der Kalkulationsgrundlage an die aktuelle Kostenentwicklung vor. „Der DAV hat zu lange versäumt, mit dem GKV-Spitzenverband über Anpassungen zu verhandeln“, kritisiert Seyfarth. In der vergangenen Woche richtete der HAV daher die Bitte an den DAV, die Tagesordnung der Mitgliederversammlung um den Punkt „Hilfstaxe für Apotheken - Kündigung der Anlagen 1 und 2 sowie 4, 5, 6, 7, 8 und 9 des Vertrages über die Preisbildung für Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen vom 01.10.2009" zu ergänzen.

Anlage drei, welche die Preisbildung für parenterale Lösungen regelt, will der HAV noch nicht gekündigt wissen, solange die Klage gegen den Schiedsspruch vom 9. Januar beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg anhängig ist. Hierauf hatte sich der HAV-Vorstand in seiner letzten Sitzung am 20. März geeinigt.

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