Koran erlaubt Arzneimittel während Ramadan

Apotheker beraten zu individuellen Lösungen

(Offenbach am Main, 23. Mai 2017) – Arzneimittel dürfen auch während des Ramadans eingenommen werden, da kranke Muslime nach den religiösen Vorschriften des Korans nicht fasten müssen. Wer dies dennoch tun will, sollte sich von seinem Apotheker beraten lassen, rät der Hessische Apothekerverband anlässlich des in dieser Woche beginnenden Ramadans.

Die Anwendung von Salben und Augentropfen verstößt nicht gegen die Fastenregeln, auch  Dosiersprays oder Pulverinhalatoren gegen Lungenkrankheiten werden als zulässig erachtet. Für Nasentropfen oder Zäpfchen gilt dies jedoch nicht. Mit der Apotheke vor Ort sollten Muslime Alternativen für ihre Therapie besprechen.

Uwe Arlt, Mitglied des Vorstandes des Hessischen Apothekerverbandes, weiß: „Das komplette Aussetzen der Therapie birgt Risiken. Diese können oft durch die Anpassung der Dosis oder der Einnahmezeiten vermieden werden.“

Arlt rät insbesondere Diabetikern, sich beraten zu lassen, wie sie ihre Medikamenteneinnahme auf die ungewohnten Essenszeiten abstimmen. „Sie sollten mehrmals täglich die Blutzuckerwerte kontrollieren und auf die Symptome einer Über- bzw. Unterzuckerung achten. In Notfallsituationen erlaubt der Koran, das Fasten zu unterbrechen.“ Daher sollten Diabetiker für den Fall einer Unterzuckerung immer Traubenzucker dabei haben.

Der Fastenmonat beginnt dieses Jahr am 26. Mai und endet am 24. Juni.

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