Investitionen in securPharm belasten Apotheken

HAV-Vorsitzender kritisiert weitere bürokratische Belastungen

(Offenbach am Main, den 13. Februar 2020) – Vor einem Jahr haben Apotheken vor Ort bundesweit das securPharm-System eingeführt und so ihren Beitrag zur Sicherheit von Arzneimitteln weiter erhöht. Das vom Gesetzgeber geforderte System bedeutete für die Apotheken teils Investitionen von mehreren tausend Euro. Der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes, Holger Seyfarth, warnt den Gesetzgeber vor weiteren Belastungen der Apotheken.

„Täglich werden über 2 Millionen verifizierungspflichtige Arzneimittel aus dem securPharm-System ausgebucht, der Großteil durch die Apotheken vor Ort“, weiß der Apotheker. Die verbundenen Prozesse erforderten hohe Investitionen in die Lagersysteme und verursachen auch weiterhin laufende Kosten, insbesondere für Personal und Apotheken-EDV. Zudem verlängerten sich die von den Apothekenteams aufgewendeten Beratungszeiten bei den Patienten. „Wir beraten gerne zu Arzneimitteln. Jetzt müssen wir auch noch die Wartezeiten des securPharm-Servers erklären“, stellt Seyfarth dar.

Diesen Aufwand hält er nur für gerechtfertigt, sofern er der Sicherheit der Patienten tatsächlich dient. Zudem müssen die damit verbunden Kosten erstattet werden. Daher erwartet er klare Auskünfte zu Art und Anzahl etwaig aufgedeckter Fälschungsversuche seitens der Behörden: „Die Apotheken engagieren sich gerne für die Sicherheit ihrer Patienten. Es muss aber auch klar werden, welchen Nutzen unser Engagement hat.“

Grundsätzlich kritisiert Seyfarth die immer weiter ausufernde bürokratische Belastung der Apotheken: „Die meisten Apotheken sind Klein-Unternehmen. Immer neue administrative Anforderungen an ihren Betrieb hemmen die Motivation der Apothekerinnen und Apotheker, die als Angehörige eines Heilberufs Menschen helfen wollen.“

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