Hessische Apotheker wütend über marginale Aufwandsentschädigung

Während Apotheken noch mit heiklen Prozessen beim Ausstellen der Impfnachweise kämpfen, diskutiert die Politik schon eine reduzierte Entschädigung zum 1. Juli.

(Offenbach am Main, 17. Juni 2021) – Seit Montag können Apotheken digitale Impfnachweise für ihre Kunden ausstellen. Die Aufwände hierbei sind immens. Umso weniger Verständnis haben die ApothekerInnen für die Pläne des BMG, die zugesagte Aufwandsentschädigung von 18€ bzw. zusätzlich 6€ brutto je Zertifikat ab Juli auf 6€ zu kürzen.

Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, ist fassungslos angesichts der Halbwertszeit der politischen Zusagen: “Die Apotheken versuchen gerade mit allen Mitteln, die technischen Unzulänglichkeiten des Systems auszugleichen, um ihren Kunden Nachweise auszustellen. Und noch währenddessen stellt man ihnen die Hälfte der bisherigen Aufwandsentschädigung in Aussicht. Das ist ungeheuerlich!“

Der Apotheker berichtet, dass die Kundenanfragen zu den Nachweisen schon seit vergangener Woche die Telefone in den Apotheken blockieren. Die Apotheken müssten ihren Kunden auch zahlreiche Fragen beantworten, Zertifikate in deren Apps einlesen und – um den normalen Betrieb aufrecht zu erhalten – teils das Ausstellen der Zertifikate in die Nacht verschieben. Wer annehme, dies sei in 2 Minuten erledigt, schätze die Prozesse völlig falsch ein.

„Schon zum fünften Mal während der Pandemie bricht der Gesetzgeber seine Zusage ggü. den Apotheken“, ärgert sich Seyfarth. „Während sie – bspw. mit Botendiensten, Masken, Bürgertests – zuverlässig und umgehend Leistungen anboten, um zur Sicherheit der Bevölkerung beizutragen, wurden ihnen die jeweiligen Aufwandsentschädigungen im laufenden Betrieb einfach gekürzt. Dabei waren für alle zusätzlichen Angebote Schulungen der Teams erforderlich, musste zusätzliches Personal eingestellt, Genehmigungen eingeholt werden“, zählt er empört auf.

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