Hessische Apotheker: eRezept muss Vorteile für Patienten bringen

Anlässlich der Veröffentlichung der Spezifikation des eRezeptes in der TI durch die gematik

(Offenbach am Main, 29. Juni 2020) – Mit der flächendeckenden Einführung des elektronischen Rezeptes muss eine spürbare Verbesserung der Arzneimittelversorgung  einhergehen. Dies fordert der Hessische Apothekerverband anlässlich der für morgen erwarteten Veröffentlichung der Spezifikation des elektronischen Rezeptes in der Telematikinfrastruktur (TI)  durch die gematik.

Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, bezieht sich insbesondere auf die Vollständigkeit der Verordnungen: „Nur solche eRezepte dürfen in die TI übermittelt werden, die alle gesetzlich vorgesehenen Angaben des Verordners enthalten.“ Fehlende Angaben oder Verordnungen von bspw. nicht existenten Packungsgrößen müssen zwingend dazu führen, dass die Signatur des eRezeptes nicht möglich ist.

„Am besten wäre es“, so Apotheker Seyfarth, „wenn die Ärzte zudem nur solche Arzneimittel verordnen könnten, die auch am Markt verfügbar sind. So hätten die Zumutungen für die Patienten, die oftmals tagelang auf ihre benötigten Arzneimittel warten müssen, endlich ein Ende.“ Weiterhin müssten das Makeln von Rezepten oder Bonuszahlungen für ihre Weiterleitung nicht nur verboten, sondern technisch auch unmöglich sein. Den Patienten bliebe so die freie Wahl erhalten, in welchen Apotheken sie ihre eRezepte einreichen. Er fordert die Politik als Mehrheitseigner der gematik auf, für die sichere und zuverlässige Umsetzung des eRezeptes Sorge zu tragen.

Die Patienten würden von solchen Regelungen deutlich profitieren; doppelte Wege zu Arzt oder Apotheke sowie Wartezeiten könnten entfallen. Diese Vorteile bietet in Teilen schon jetzt das hessische Modellprojekt MORE, an dem sich zum jetzigen Zeitpunkt rund 550 Apotheken in ganz Hessen beteiligen.

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