Hessische Apotheken fördern Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung

Neue Online-Angebote: APOJET-App und digitale Rezeptsammelstelle

Der hessische Gesundheitsminister, Stefan Grüttner, vor der vom Apothekenrechenzentrum Darmstadt entwickelten elektronischen Rezeptsammelstelle. Quelle: HAV

(Offenbach am Main, 25. Oktober 2017) – Gestern informierte sich der Hessische Gesundheitsminister, Stefan Grüttner, im Rahmen der E-Health-Initiative Hessen über die Entwicklung von digitalen Lösungen im Gesundheitswesen bei der Apotheken-Rechen-Zentrum GmbH (ARZ) in Darmstadt.

Konkret ging es um die neue App APOJET, die gemeinsam vom Hessischen Apothekerverband (HAV) und dem ARZ Darmstadt entwickelt und betrieben wird. Mit ihr können Patienten ihre Arzneimittel ganz leicht direkt in ihrer Stamm-Apotheke vorbestellen, indem sie ihr ein Bild der Verordnung, Sprach- oder Textnachrichten übermitteln. Darüber hinaus können Serviceangebote wie z.B. Apotheken- und Notdienstverzeichnisse oder Einnahmeerinnerungen genutzt werden.

Zum Schutz der Gesundheitsdaten sowie der Sicherung von patientenbezogenen Bestellinformationen werden die übertragenen Daten durch apothekenindividuelle Software-Zertifikate Ende-zu-Ende verschlüsselt und auf Servern in Deutschland gespeichert.

„Wir wissen, dass gerade ältere Menschen eine gute medizinische Versorgung benötigen. Die Herausforderungen, dies weiterhin sicherzustellen, packen wir in Hessen an. Gemeinsam werden wir den erfolgreichen Weg der Verbesserung der medizinischen Versorgung auch durch neue Ansätze im Bereich Telemedizin weiter fördern“, betonte der Gesundheitsminister. „Moderne Kommunikationstechnologien werden eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung einer weiterhin wohnortnahen, medizinisch hochwertigen Versorgung der Zukunft spielen. Wir werden die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voranbringen, auch um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern und auch in ländlichen Regionen die medizinische Versorgung sicherzustellen“, so Grüttner.

Im Gespräch mit Grüttner wies Reiner Haupt, Geschäftsführer des Apotheken-Rechenzentrums, auf den Nutzen der App für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Umfeld hin. "Mit unseren Entwicklungen erleichtern wir auf dem Land lebenden Patienten die Versorgung durch ihre örtliche Apotheke. Sie vermeiden so Wege zur Apotheke, wenn Medikamente nicht sofort verfügbar sind.“

Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, ergänzte: „Apotheken sind bereits hoch digitalisiert. Dass jetzt auch die Patienten digitale Angebote nutzen und gleichzeitig vom persönlichen Service vor Ort profitieren können, stärkt die flächendeckende Versorgung.“ Der Apotheker begrüßte auch, dass er seinen Patienten über die App die Informationen übermitteln kann, wann das bestellte Medikament verfügbar ist.

Mit der digitalen Rezeptsammelstelle stellte Haupt eine weitere Entwicklung vor. Im Gegensatz zu den heutigen Rezeptbriefkästen enthält die digitale Rezeptsammelstelle einen Scanner. Dieser erfasst die zugeführten Rezepte und überträgt die Rezeptbilder per Internet an die betreibende Apotheke. Dort werden die Medikamente bereitgestellt, anschließend die Originalrezepte entnommen und die Medikamente schneller als bisher beliefert.

Zur Erläuterung:

Rezeptsammelstellen werden in Orten oder Ortsteilen betrieben, von denen die nächste Apotheke mindestens 6 km entfernt oder sie nur schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Die Erlaubnis zum Betrieb einer Rezeptsammelstelle erteilt die Landesapothekerkammer Hessen.

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