Grippeimpfstoff-Versorgung: Faire Vergütung für funktionierende Versorgung!

(Offenbach am Main, 1. Februar 2021) – Die Versorgung von Patienten und Arztpraxen mit Grippeimpfstoffen stellt in der laufenden Saison eine besondere Herausforderung dar. Wie der Hessische Apothekerverband mitteilt, kam es im Herbst trotz sorgfältiger Bevorratung der Apotheken lokal zu Lieferverzögerungen. Den daraufhin im Sinne ihres Versorgungsauftrages von den Apotheken nachbestellten Impfdosen droht nun der Verwurf.

Laut Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, übersteigt der hieraus resultierende finanzielle Verlust in vielen Apotheken die Erlöse aus dem Impfstoffgeschäft. Er mahnt daher die Politik, die Apotheken nicht auf den Kosten sitzen zu lassen: „Wer die Durchimpfungsrate der Bevölkerung für Grippe steigern will, muss sich auf das Engagement der Apotheken verlassen können. Faire Bedingungen helfen ihnen, ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen.“ Blieben die Apotheken aber auf den Kosten nicht in Anspruch genommener Impfdosen sitzen, wirke das demotivierend, so der Apotheker: „Dann wird es nur noch Impfstoffversorgung nach Plan geben.“

Seyfarth sieht insbesondere jene Apotheken betroffen, die im Vertrauen auf die kurzfristige Lieferfähigkeit von Industrie und Großhandel im November noch Impfdosen nachbestellten, um die hohe Nachfrage von Arztpraxen und Privatpatienten zu bedienen. Diese Dosen trafen nur mit zeitlicher Verzögerung in den Apotheken ein, wo sie auf eine zwischenzeitlich deutlich reduzierte Nachfrage trafen.

„Natürlich ist die Saison noch nicht vorbei. Es lassen sich weiterhin Patienten gegen die Grippe impfen, was in der aktuellen Situation auch sehr sinnvoll ist“, betont der Vorsitzende. Die Tatsache, dass Apotheken durch die Sicherstellung der Versorgung mit Grippeimpfstoffen ein erhebliches finanzielles Risiko eingehen, bleibe grundsätzlich jedoch bestehen und sei nicht hinnehmbar.

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