Auf Arzneimittel-Schnäppchen im Urlaub lieber verzichten

(Offenbach am Main, 28. Juni 2017) – Arzneimittel, die vermeintlich günstig in Urlaubsländern erworben werden, können gefälscht sein. Auf diese Gefahr verweist der Hessische Apothekerverband zum Beginn der Sommerferien. Urlauber sollten deshalb auch im Ausland Arzneimittel nur in Apotheken erwerben oder die benötigten Medikamente vor der Reise in ihrer örtlichen Apotheke besorgen.

Gefälscht  werden nicht nur hochpreisige Arzneimittel wie die „Pille“ oder Potenzmittel. „Vorsicht ist selbst bei Schmerztabletten und Schnupfenmitteln angebracht“, weiß Mira Sellheim, Patientenbeauftragte des Hessischen Apothekerverbandes. Dabei sind die Fälschungen im besten Falle wirkungslos. Laut Weltgesundheitsorganisation enthält etwa ein Fünftel aller gefälschten Arzneimittel Wirkstoffe, die schaden oder sogar tödlich sein können.

Offensichtlich erkennbar sind Fälschungen, wenn die Tabletten lose in einem Plastikbeutel liegen und nicht verblistert sind oder wenn der Beipackzettel fehlt, sehr kurz oder in brüchigem Deutsch formuliert ist. Vorsicht ist auch angebracht,  wenn Chargenbezeichnung und Verfallsdatum fehlen. Wenn das Mittel schlecht riecht oder schmeckt oder bröckelt, warnt Sellheim grundsätzlich vor der Einnahme.

Die Apothekerin rät auch davon ab, sich im Ausland mit Billigware zu bevorraten: „Wer billige Fälschungen einführt, riskiert die Sicherstellung durch den Zoll.“ Dieser zieht jährlich Arzneimittelfälschungen aus dem Verkehr, deren Wert die Millionenhöhe übersteigt.

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