Apothekenpflicht bietet Schutz für die Gesundheit

Schmerzmittel und Hustensäfte sind nicht harmlos

(Offenbach am Main, 14. Februar 2019) – Manche Arzneimittel gibt es nur in Apotheken. Dies dient dem Patientenschutz, weil mit ihrer Einnahme gesundheitliche Risiken verbunden sein können. Der Hessische Apothekerverband (HAV) verweist auf ernstzunehmende Nebenwirkungen, die vermeintlich harmlose  Schlafmittel oder Erkältungssäfte haben können und sieht Bestrebungen, immer mehr Arzneimittel aus der Apothekenpflicht zu entlassen, kritisch.

Uwe Arlt, Mitglied im Vorstand des HAV, weiß, dass viele Menschen rezeptfreie Schmerzmittel für ungefährlich halten. Am Beispiel des Schmerzmittels Paracetamol stellt er dar, dass das nicht immer stimmt: „In der freien Verwendung kam es zu häufigen Überdosierungen mit schlimmen Leberschäden.“ Auch weil Paracetamol in hohen Dosen tödlich sein kann, ist es seit 2008 ab einer bestimmten Dosierung nur noch mit ärztlicher Verordnung erhältlich.

„Es ist gut, dass in Deutschland zwischen rezeptpflichtigen, apothekenpflichtigen und frei verkäuflichen Arzneimitteln unterschieden wird. Nicht jedes Arzneimittel eignet sich für den freien und ungezügelten Warenverkehr.“

Der Apotheker warnt eindringlich davor, die europäische Warenverkehrsfreiheit unüberlegt auch für Arzneimittel zu realisieren: „Tabletten sind keine Drops. Daher sollte beim Kauf immer die Möglichkeit zur persönlichen Beratung durch einen Experten gegeben sein.“ Schließlich wüssten Patienten oftmals nicht, wann sie überhaupt einen Rat einfordern sollten.

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