Apotheken können kompletten Impfschutz anbieten

Patient:innen sollen neben Corona- auch Grippe-Schutzimpfungen in Apotheken bekommen können.

(Offenbach am Main, 2. Dezember 2021) – Die Politik muss jetzt die Chance nutzen, die Apotheken vor Ort in die Impfkampagne einzubinden. Hierbei sollen sie ihren Patient:innen auch Grippe-Schutzimpfungen anbieten. Die rechtlichen Voraussetzungen hierfür zu schaffen, fordert Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes, ebenso vom Gesetzgeber wie die Beschaffung ausreichender Impfstoffmengen.

„Auch die Influenza kann tödlich verlaufen, insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Durch Grippe-Schutzimpfungen gibt es weniger Erkrankte, Krankenhäusern bleiben mehr Kapazitäten für COVID-19-Erkrankte“, erklärt der Apotheker den Zusammenhang. Der offiziellen Empfehlung, Grippe- und Corona-Schutzimpfungen zusammen zu verabreichen, könnten die Apotheken vor Ort gut nachkommen: „Wer zum Boostern in die Apotheke kommt und noch nicht gegen die Influenza geimpft ist, kann hier sofort den kompletten Impfschutz für den Winter bekommen.“

Seyfarth weist darauf hin, dass die Grippe-Impfquote in Deutschland nur knapp 35% beträgt, während sie in Groß-Britannien, wo Apotheken bereits impfen dürfen, bei über 70% liegt*. Die Gründe liegen auf der Hand: „Die Apotheken erreichen auch Menschen, die selten zum Arzt gehen – oder gar keinen haben. Zudem sind Apotheken auch samstags geöffnet. Eine Impfung ist für die Menschen hier also leicht zu bekommen.“

In Europa zeigen Frankreich, Großbritannien, Irland und die Schweiz, dass Impfungen gegen Grippe und Corona in Apotheken schon funktionieren. „Die Politik muss jetzt diesem guten Beispiel unserer europäischen Nachbarn folgen und Impfungen in Apotheken möglich machen“, appelliert der Apotheker an den Gesetzgeber, „damit diese möglichst viele Menschen mit zwei Impfungen schützen können.“

* OECD/ Statista 

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