Hessen haben ein gutes Gesundheitsbewusstsein

Studie zum 'Tag der Apotheke' veröffentlicht

Apotheker beraten zur Gesundheitsvorsorge. Bild: ABDA

(Offenbach am Main, 6. Juni 2017) – Den Hessen ist ihre Gesundheit wichtig. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Meinungsumfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände anlässlich des ‚Tags der Apotheke‘ am 7. Juni 2017. Das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft hat dafür telefonisch 3.415 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Demnach leben die Menschen in Hessen etwas gesünder als im Bundesdurchschnitt.

89% der befragten Hessen gaben an, sich regelmäßig zu bewegen, 87% setzen auf gesunde Ernährung. Fast ebenso viele nennen wenig Alkohol (83%), Stressreduktion (81%) und Nichtrauchen (74%). Abgeschlagen ist der Besuch von Präventionskursen (16%). Leichte regionale Unterschiede gibt es jedoch:

• Rauchen: Nach wie vor raucht jeder vierte Bundesbürger (28%) gelegentlich oder dauerhaft. In Hessen sind es 21%.

• Alkohol: Bundesweit gaben 10% der Befragten an, täglich oder fast täglich Alkohol zu trinken. In Hessen sind es 9%.

• Bewegung: Ein Viertel der Hessen (26 %) gibt an, täglich oder fast täglich mindestens eine halbe Stunde Sport zu treiben. Das kommt dem bundesweiten Anteil von 25% sehr nah.

Mira Sellheim, Patientenbeauftragte des Hessischen Apothekerverbandes, stellt fest: „Insgesamt haben wir ein großes Gesundheitsbewusstsein in Hessen. Wir könnten noch besser werden, wenn wir das Potenzial der Apotheken in der Vorsorge stärker nutzen würden. Sie sind flächendeckend vor Ort und haben jedes Jahr bundesweit über eine Milliarde niedrigschwellige Patientenkontakte. Damit lässt sich gute Aufklärungsarbeit leisten.“

Die Umfrageergebnisse unterstreichen das. Jeder vierte Hesse wünscht sich danach mehr Präventionsangebote von Apothekern. Besonders gefragt sind dabei Angebote zu Ernährung, Bewegung und zum richtigen Umgang mit Medikamenten. 83% Befragten, die sich mehr Vorsorgeangebote von Apotheken wünschen, sind auch bereit, dafür zu bezahlen. So gut wie alle (94 %) wünschen sich aber eine Finanzierung der Vorsorgeangebote durch die Krankenkassen.

Sellheim: „Wir können mehr tun, wenn die Rahmenbedingungen für Präventionsleistungen der Apotheken besser werden. Erstens brauchen wir eine saubere Rechtsgrundlage für Dienstleistungsverträge zwischen Apotheken und Krankenkassen im SGB V.

Zweitens gehören Apotheken als Leistungserbringer in den ‚Leitfaden Prävention‘ der Krankenkassen.

Und drittens muss die Vergütung von Präventionsleistungen geregelt werden. Die übergeordnete Raison muss natürlich bleiben, die Apotheken in der Fläche zu halten. Das wird nur gelingen, wenn die Politik die Folgen des EuGH-Urteils vom letzten Herbst konsequent bearbeitet und destruktiven Wettbewerbsformen Einhalt gebietet.“

Die Patientenbeauftragte schätzt das Vorsorgepotenzial der Apotheken auch deshalb hoch ein, weil die Umfrage hohe Vertrauens- und Zustimmungswerte in der Bevölkerung zeige: “Die Zufriedenheit mit dem Apothekensystem ist hoch, 74% der Hessen bewerten es mit ‚gut‘ oder ‚sehr gut‘.“

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