Der Staat verdient mehr am Arzneimittel als die Apotheken


Die Zahl der Apotheken in Hessen ist seit 2002 praktisch konstant. Sie lag im Jahr 2008 bei 1.632 Betrieben. Seitdem der Gesetzgeber es 2004 ermöglicht hat, mehr als eine Apotheke zu führen, können die Pharmazeuten neben ihrer Hauptapotheke noch weitere drei Filialen betreiben. Hier geht der Trend eindeutig dazu, eine Filiale zusätzlich zu führen. Dies wird häufig in den Fällen gemacht, wenn in der unmittelbaren Nachbarschaft eine Apotheke veräußert werden soll.

Im Jahr 2008 gab es insgesamt 1.632 Apotheken. Davon arbeiteten 1.242 Apotheken ohne Filialen. 128 Apotheken betrieben eine, 38 Betriebe führten zwei weitere Filialen und lediglich 5 Apothekeninhaber  schöpften das Maximum von 4 Betriebsstätten aus.

Korrespondierend zur konstanten Zahl der Apotheken blieb auch die Zahl der Apothekenleiter mit 1.632 praktisch gleich. Die Zahl der Arbeitsplätze in Hessens Apotheken bewegt sich mit 11.095 auf dem gleichen hohen Niveau wie 2007 (11.106). Diesen hohen Personaleinsatz wird auch auf den enormen Erklärungsbedarf seit Einführung der Rabattverträge im Jahr 2007 zurückgeführt.

In Hessens Apotheken wurden im Jahr 2008 51.152.000 Arzneimittelpackungen abgegeben. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent (51.908.000). Dabei setzt sich der Trend weiter fort, dass mit Minus 4 Prozent bei den rezeptfreien Arzneimitteln ein stetiger Rückgang bei den abgegebenen Packungen festzustellen ist. Dies führt der Verband in erster Linie darauf zurück, dass ein Großteil dieser Medikamente seit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes von den Krankenkassen nicht mehr erstattet werden. Die Versicherten folgern daraus, wenn der Arzt etwas nicht mehr verschreiben darf, es auch nicht unbedingt für die Gesundheit notwendig ist, und oft sind sie nicht bereit oder in der Lage, dies aus der eigenen Tasche zu leisten. Aber auch der Versandhandel mit Arzneimitteln trägt hier seinen Teil dazu bei.

Der Staat hat – ohne hierfür eine Leistung zu erbringen – an den Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung mittlerweile einen größeren Anteil hat, als die Apotheken. Von 100 Euro entfielen 2008 auf die Industrie 64,50, an den deutschen Finanzminister in Form der Mehrwertsteuer 16,00, an die Apotheken 15,50 und an den Großhandel 4,00 Euro.

Apotheken in Hessen

Zahlen und Fakten zu Apotheken in Hessen

Bundesweite Apothekendaten der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände