Handgemachte Qualität

Individuelle Rezepturen statt Fertigarzneimittel

(Offenbach am Main, den 28. Februar 2018) – Menschen, die an einer seltenen Krankheit leiden, brauchen oftmals speziell für sie angefertigte Arzneimittel. Apotheken stellen solche Rezepturen her und sichern so die Versorgung dieser Patienten. Darauf weist der Hessische Apothekerverband anlässlich des heutigen Tages der seltenen Erkrankungen hin.

Von einer seltenen Erkrankung spricht man, wenn weniger als einer von 2.000 Menschen davon betroffen ist. Diese seltenen Krankheiten sind meist sehr beeinträchtigend und haben häufig ein sehr vielschichtiges Krankheitsbild. Es vergehen teils Jahre, bis die Betroffenen eine korrekte Diagnose erhalten. In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer seltenen Krankheit.

Die Patientenzahlen der einzelnen Erkrankungen sind dennoch so gering, dass es häufig kein spezielles Fertigarzneimittel dafür gibt, weiß Mira Sellheim, stellvertretende Vorsitzende des HAV. „Die Forschungs- und Zulassungskosten sind immens hoch, so dass sich die industrielle Produktion oftmals nicht rechnet." Darum sei es so wichtig, dass die Apotheken vor Ort mit ihrer Kompetenz helfen könnten, betont die Apothekerin: „Wir können solche spezialisierten Medikamente für einzelne Betroffene herstellen. Sie erhalten dann zum Beispiel Kapseln, in denen die verschiedensten Wirkstoffe perfekt abgestimmt auf ihre individuellen Bedürfnisse gemischt werden. Diese Kombination ist dann einzigartig und nicht als Fertigarzneimittel im Handel erhältlich.“

Genauso stellt die Apotheke auch individuelle Salben, Lösungen oder Zäpfchen her, oftmals für Kinder, da industriell gefertigte Arzneimittel in angepasster, niedriger Dosierung selten verfügbar sind. „Für eine Apotheke ist das Anfertigen von Rezepturen eine der grundlegenden Tätigkeiten, die sie im Rahmen ihres Versorgungsauftrages leistet. In der Ausbildung zum Apotheker oder zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA) werden die nötigen Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, sodass wir Patienten auch bei ganz spezifischen und besonderen Krankheiten helfen können.“

Zurück